In Falkensee wurde die erste „Notinsel“ Brandenburgs eingerichtet – in der Sparkassenfiliale
FALKENSEE - Wer Kinder hat, hat auch die Fantasie, sich vorzustellen, was ihnen unterwegs an Kummer zustoßen kann:
Sie können von größeren Kindern bedroht werden, mit dem Fahrrad stürzen, ihr Portemonnaie verlieren, von unheimlichen Leuten angesprochen werden und wissen womöglich in ihrer Not nicht, wohin. In solchen Situationen ist es gut, wenn sie unterwegs Hilfe finden, wenn sie einfach in ein Geschäft, in einen Frisiersalon, einen Backshop gehen können und dort Menschen finden, die ihnen helfen.
Die erste dieser „Notinseln“ im öffentlichen Raum des Landes Brandenburg wurde gestern in der Sparkassenfiliale in Falkensee ausgewiesen. Die Initiative dazu hatte das Bündnis für Familie Falkensee ergriffen und bei den Unternehmen um Mitwirkung geworben. Die Resonanz war groß. Neben der MBS machen auch „Jannys Eis“, der Musikgarten, die Löwenapotheke, die Fleischerei Gädecke – ja, insgesamt drei Dutzend Unternehmen – mit, die nun nach und nach mit den Aufklebern der „Notinsel“ versehen werden.
Finanziert wird das Netzwerk, dessen Idee durch die Stiftung „Hänsel & Gretel“ im Jahr 2002 für die Bundesrepublik entwickelt worden war, durch fünf Falkenseer Unternehmen. Und weil in der Summe die Kosten – unter anderem für Flyer, Aufkleber und das Würfelspiel, mit dem die Kinder die Lage der „Notinseln“ kennenlernen können – noch nicht ganz gedeckt wurden, legte Familienminister Günter Baaske noch 500 Euro aus Lottomitteln dazu. Er und Innenminister Rainer Speer (beide SPD) begleiten gestern diese Brandenburger Premiere unweit des Falkenseer Bahnhofs, und mit ihnen Vizelandrat Roger Lewandowski (CDU), Kreistagsvorsitzender Jürgen Bigalke (SPD), viele Stadt-, Kreis- und Landtagsabgeordnete und nicht zuletzt Bodo Pfalzgraf, der Berliner Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft. Er freute sich vor allem deshalb, weil er mit der ersten „Notinsel“ in Brandenburg auch das Brandenburger „Radio Teddy“ fortan als Verbündeten für diese Aktion in Berlin gewinnen kann. Denn wenn dieses Netzwerk greifen soll, muss es bei den Kindern, ihren Eltern und Lehrern bekannt sein, wobei der populäre Kindersender das Seine dazu beitragen kann.
„Eine Notinsel“, sagte Minister Baaske, „ist etwas, was man in der Regel nur mit Ach und Krach und äußerster Kraftanstrengung erreicht. Ich wünsche mir, dass es in diesem Falle nicht so schwer werden wird, sondern dass sie bald überall bekannt ist.“ Er zollte dem Falkenseer Bündnis für Familie Respekt, das eines von insgesamt 41 im Lande ist. Und offenbar eines der aktivsten.
Das wurde denn auch mit einem Scheck über 3400 Euro honoriert, den Andreas Fellmann vom Vorstand der MBS Potsdam bei dieser Gelegenheit an das ASB-Mehrgenerationenhaus Falkensee überreichte, wo quasi das Herz des Bündnisses schlägt. (Von Hiltrud Müller)
Quelle (www.www.maerkischeallgemeine.de)


