Clearing

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Das Clearingangebot des ASB Familien- und Jugendhilfezentrum richtet sich als Angebot an Familien, deren Kinder in Krisensituationen in einer stationären Heimgruppe untergebracht sind (stationäres Clearing) oder an Familien, in denen Konflikte bestehen, wodurch unter Umständen eine stationäre Heimunterbringung ansteht (ambulantes Clearing). Das Angebot besteht für Familien mit Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und achtzehn Jahren. Es wird in der Regel in einem Hilfeplangespräch im zuständigen Jugendamt eine Dauer von drei Monaten vereinbart.

Oft werden bei lang anhaltenden und generationsübergreifenden Krisen pädagogische Hilfen nicht angenommen. Dann ist ein mehr familientherapeutisches Verständnis der Konfliktlagen notwendig. Das Clearing wird vom Heimpsychologen der Einrichtung koordiniert und maßgeblich mitgestaltet. Der Heimpsychologe verfügt über Ausbildungen in Systemischer Familientherapie und arbeitet nach den Grundsätzen der Systemischen Gesellschaft (www.systemische-gesellschaft.de).

Die so genannte Indexperson (Kind / Jugendlicher) nimmt mit ihrer Familie in ein- bis zweiwöchigem Abstand an Familiensitzungen beim Heimpsychologen teil. Dabei wird eine ressourcenorientierte Perspektive angestrebt – was gelingt in der Familie, wie erfolgte bisher erfolgreiche Problemlösung miteinander? Eine zentrale Aufgabe ist es auch, die Problemfixierung der Kinder und Erwachsenen zu überwinden, problemfreie Bereiche zu entdecken und Hoffnung zu erzeugen. Neben Standartinterventionen wie der Arbeit mit Aufgaben und Verschreibungen kommen kreative Techniken, wie die Arbeit mit Geschichten, Rituale, Familienskulpturen und Genogramme zum Einsatz. Dabei geht es nicht nur um den Abbau von Verhaltensproblemen bei der Indexperson, sondern um erste Schritte einer veränderten Beziehung in der Familie. Die teilnehmenden Erwachsenen sind dabei keine „CoTherapeuten“ - die gemeinsam mit dem Heimpsychologen und den Erziehern die Indexperson verändern - sondern sie werden unmittelbar in das Wirkungsgeschehen mit einbezogen.

Im häufigeren Falle des stationären Clearings – die Indexperson ist in einer Heimgruppe untergebracht – erfolgt eine besonders enge Zusammenarbeit des Heimpsychologen mit dem betreffenden Erzieherteam. In Teamsitzungen und Fallbesprechungen werden gemeinsam Hypothesen entwickelt und die Arbeit im Clearing arbeitsteilig – z. B. die Einbeziehung der Schule, abgesprochen.

Am Ende des Clearingprozesses wird ein Abschlussbericht erstellt. Falls weitere Hilfen der Jugendhilfe notwendig erscheinen, werden dazu konkrete Empfehlungen gegeben. Ein Hilfeplangespräch schließt das Clearing ab.